Die Woazlingnäherin
Auf Schleichwege unterwegs

Die Woazlingnäherin

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges fehlte es an Wolle und Zwirn. In der Schule in Halbenrain erlernte Ludmilla Schnedl mit einfachen Materialien, nutzbare Gegenstände herzustellen. Dazu gehörte das Nähen mit Woazlingen, das sind getrocknete Maisblätter. „Wir nähten in der Handarbeitsstunde Woazlingschuhe, Schüsseln und vieles andere mehr. Man benötigt bei dieser Technik kein anderes Material, als getrocknete Maisblätter, die vor dem Vernähen nass gemacht werden. Wichtig ist, dass die Woazlinge lang sind, die heute schwer zu bekommen sind“ erzählt die Frau, die 72 Jahre nach Kriegsende diese alte Handwerkskunst noch immer ausübt. „Die größte Kunst ist das Potsch`n (Hausschuhe) machen. Und bei allen Objekten ist der Anfang am Schwierigsten.“ Bei dieser Technik werden dünne Maisblattstreifen geformt und mit einer Nadel mit einem Maisfaden aneinander genäht. Dabei wird vom Maisstreifen jeweils ein Blatt nach oben gebogen und mit dem bestehenden Blattstreifen festgenäht. So entsteht ein festes Geflecht. Mit dem Feuerwehrhauptmann Raimund Praßl hat Ludmilla Schnedl einen interessierten Schüler, der diese Technik weiter bewahren will.
10.12.201

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